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Bis zum
Ende des 18. Jahrhunderts wurde vorrangig grüner Spargel produziert.
Ausgehend von Deutschland setzten sich im Laufe des 19. Jahrhunderts verschiedene
Methoden durch, den Spargel weiß zu erhalten: Man bedeckte die hervorschießenden
Spargelköpfe mit Glocken aus Holz, dunklem Glas oder Ton oder häufte Erde
um sie herum an.
Das Bild der schnurgeraden Wälle und Gräben - der sogenannten Bifänge,
ein Zeichen der ausgeweiteten Spargelkultur - prägt heute das Bild der
Spargelfelder. Für eine erfolgreiche Spargelkultur ist lockerer, humusreicher,
sandiger Boden notwendig, wobei wärmere Klimabereiche höhere (und frühere)
Erträge gewährleisten.
Vor der Anlage eines Spargelfeldes muß der Boden tief gelockert und mit
Humus versorgt werden. Stallmist und Strohkompost sind zur Bodenverbesserung
besonders gut geeignet. Regelmäßiges Düngen gewährleistet eine relativ
konstante Erntemenge.
Die Spargelbauern produzieren die Jungpflanzen nicht selbst. Züchter liefern
Saatgut von guter Qualität an Vermehrungsbetriebe, die daraus Pflanzen
ziehen. Zur Pflanzung müssen am vorbereiteten Feld Gräben im Abstand von
rund zwei Metern gezogen werden. Die Pflanzen werden heute meist maschinell
gesetzt, in 15 - 20 cm Tiefe gedrückt und mit Erde bedeckt.
In den ersten beiden Jahren bringt die Spargelkultur keinen Ertrag. Die
Arbeit des Bauern ist aber intensiv, denn das Unkraut muß ständig bekämpft
und ein Befall der Pflanzen durch Schädlinge oder Krankheiten verhindert
werden. Die Pflanzen wachsen aus, das Kraut wird Ende November abgeschnitten.
Im Laufe des Sommers bilden sich an der Spargelpflanze die Knospen, aus
denen im folgenden Jahr die ersten Spargelstangen entstehen, über diesen
Knospen werden die Dämme errichtet, die ein Verfärben des Spargels verhindern.
Die Erntezeit beträgt anfangs vier bis sechs
Wochen, später rund acht Wochen. Nach dem Ende der Spargelsaison, wenn
die Stöcke ins "Kraut" gehen, muß wieder penibel darauf geachtet
werden, daß der Spargel nicht von Schädlingen befallen wird. Zu den schlimmsten
Feinden des Spargels zählt der Spargelrost, der die Ernte weitgehend vernichten
kann. Dieser Pilz überzieht im Sommer das Spargelkraut mit kleinen, braunen
Sporen. Die Pflanze stirbt vorzeitig ab, da das Wurzelsystem nicht mehr
mit Nährstoffen versorgt wird. Eine weitere Krankheit, die durch einen
Pilz ausgelöst wird, ist die Fußkrankheit. Auch Spargelfliege, Spargelkäfer
und Spargelhähnchen können Schäden an der Spargelkultur verursachen und
müssen bei massenhaftem Auftreten bekämpft werden.
Im November wird das Spargelkraut abgeschnitten; im Frühjahr wird der
Boden wieder gelockert, gedüngt, Unkraut entfernt...
Warum ist Spargel relativ teuer?
Das wird sich schon so mancher Konsument gefragt haben. Wie bereits angedeutet,
sind große Investitionen und ein hohes Maß an Arbeit notwendig, um dieses
edle Gemüse anbieten zu können.
Die Landwirtschaftskammer hat im Jahr 1992 eine Berechnung darüber angestellt,
welche Kosten pro Hektar mit der Anlage eines Spargelfeldes verbunden
sind. Zu den Vorbereitungsarbeiten gehört vorerst die ausreichende Düngung
des neuen Spargelfel- des, wobei in der vorliegenden Rechnung jeweils
Material- und Arbeitskosten berück- sichtigt sind.
Danach folgt die Anschaffung der benötigten Arbeitsgeräte wie Spargelpflug,
Fräse oder Schichtenpflug. Ein großer Ausgabeposten sind die Spargelpflanzen:
Man benötigt für einen Hektar rund 15.000 Stück, abhängig vom jeweiligen
Pflanzabstand. Danach müssen die Spargelpflanzen eingesetzt werden. Von
dieser Phase an sind laufend Schädlinge zu bekämpfen und Unkraut händisch
zu beseitigen.
Da auch für ausreichende Bewässerung gesorgt sein muß, ist unter Umständen
das Ausheben eines Brunnens sowie die Anschaffung einer Beregnungsanlage
erforderlich. Im Herbst des ersten Jahres wird das Spargelkraut von Hand
abgemäht und beseitigt. Auch ist in dieser ersten Phase der Neuanlage
einer Spargelpflanzung an die Errichtung einer Lagerhalle mit Kühlanlage
zu denken.
Für all diese Vorarbeiten sowie Investitionen berechnete die LW-Kammer
Kosten von umgerechnet rund 140.000 Schilling pro Hektar.
Im zweiten Jahr der Spargelkultur, in dem noch nicht umfassend geerntet
werden kann, fällt neben Düngung und Pflanzenschutz wiederum die Bekämpfung
von Unkraut an. Wenn Unkraut auch maschinell entfernt werden kann, sind
dennoch zwei bis drei händische Durchgänge pro Jahr nötig.
Allerdings sind zehn bis vierzehn Tage Ernte möglich bzw. sogar sinnvoll:
Bleiben zu viele Spargeltriebe am Wurzelstock, wird das Spargelkraut zu
dicht und leicht krankheitsanfällig.
Nicht zuletzt
sind auch die hohen "Erntekosten", weil dieses Gemüse nur
händisch geerntet werden kann ein Grund für die hohen Preise.
Je nach Ertragslage können von einer Person zwischen 3,5 - 5 Kilo
Spargel pro Stunde gestochen werden. Wird der Spargel in großen
Mengen weiterverkauft, kommt noch die Verpackung dazu.
Aufgrund der oben angeführten Auslagen errechnete die Kammer Kosten
von durchschnittlich 54 ATS / Kilogramm Spargel. In dieser Kalkulation
sind alle Qualitäten vom Solo bis zum Suppenspargel enthalten.
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